Nähere Angaben, die den Ort der Aufnahme bzw. eventuelle Begleitumstände beschreiben, entnehmen Sie bitte der Seite "Lebensraum Stux".
Allgemeines
Da in unserer Natur die Möglichkeiten für Wespen (auch für Bienen und Hummeln, die allesamt zur Ordnung Hautflügler - Hymenoptera - zählen), geeignete Nistplätze zu finden, immer seltener werden, kann man ihnen mit selbstgebauten Nisthilfen helfen. Dazu bohrt man in ein Stück Hartholz Bohrlöcher unterschiedlicher Größe (2 - 8 mm) und hängt das Holz an einer geschützten Stelle auf.
28. 06. 04
28. 06. 04
Hier hat eine Wespe ihr Nest im SPIEGEL gebaut (und damit durchaus Geschmack bewiesen). Das das Nest dort aber kaum Zukunft hat (nicht regengeschützt), habe ich die Zeitschrift entfernt und geöffnet. Auf dem rechten Bild ist das geöffnete Nest zu sehen. Die größeren Raupen sind gelähmt und Futter für die kleine, weiße Wespenmade in der Bildmitte.
Familie Blattwespen (Tenthredinidae)
Schwarze Kirschblattwespe (Caliroa cerasi)
19. 09. 08 Schwarze Kirschblattwespe (Caliroa cerasi) Larve, ca. 5 mm
26. 09. 08 Schwarze Kirschblattwespe (Caliroa cerasi) Larve, ca. 5 mm
Die Larve der Schwarzen Kirschblattwespe Caliroa cerasi sieht völlig anders aus als andere Blattwespenlarven, die eher Raupen ähneln: sie sind grünlich-gelb und mit einem schwarzen Schleim überzogen, so dass sie eher kleinen Nacktschnecken ähnlich sehen. Sie leben auf den Blättern von Kirschen, selten auch anderen Steinobstbäumen, und fressen nur die Oberseite der Blätter. In Ausnahmefällen können sie auch schädlich werden. Die Wespen selbst werden etwa 5 mm lang.
Craesus septentrionalis
05. 10. 07 Craesus septentrionalis Larve, am Birke
03. 06. 06 Craesus septentrionalis Larven
Larven von Blattwespen, hier Craesus septentrionalis. Die Tiere sehen aus wie Schmetterlingsraupen, haben jedoch mehr als 4 Bauchbeinpaare, Raupen nur max. 4. Hier sind sie in ihrer natürlichen Abwehrhaltung zu sehen.
Rhogogaster sp., chlorosoma oder viridis
03. 06. 06 Rhogogaster sp., entweder chlorosoma oder viridis (det. Ewald Jansen) ca. 1 cm
14. 06. 10 Rhogogaster sp., entweder chlorosoma oder viridis
14. 06. 10 Rhogogaster sp., entweder chlorosoma oder viridis
14. 06. 10 Rhogogaster sp., entweder chlorosoma oder viridis
Rhogogaster chlorosoma und viridis sind nur schwer voneinander zu unterscheiden. Die Tiere werden etwa 1 cm lang. Die Larven leben von Blättern, die Fliegen räuberisch. Es sind fliegende Edelsteine, die aber wegen ihrer grünen Farbe manchmal schwer zu entdecken sind.
Tenthredo marginella
25. 10. 08 Tenthredo marginella Larve (det. Michael Becker) Ca. 2 cm
25. 10. 08 Tenthredo marginella Larve (det. Michael Becker) Ca. 2 cm
Die Blattwespe Tenthredo marginella ist eine hübsche gelb-schwarz gefärbte Art; mehr habe ich über sie bislang nicht herausfinden können. Die obigen Larven fand ich an Wasserminze (Mentha aquatica) an einem der Gartenteiche.
Familie Bürstenhornblattwespen (Argidae)
Arge cf. cyanocrocea
05. 07. 04 Arge cf. cyanocrocea
Arge cyanocrocea wird knapp 1 cm lang. Die Tiere sind hier häufig auf Doldenblüten zu finden, die Larven fressen an Himbeere.
Arge gracilicornis
08. 05. 10 Arge cf. gracilicornis
08. 05. 10 Arge cf. gracilicornis
Die Bürstenhornblattwespe Arge gracilicornis ist allgemein häufig und erreicht eine Länge von etwa 1 cm. Die Larven leben an Him- und Brombeeren. Da es mehrere Arten dunkler Blattwespen gibt, könnte hier eventuell auch eine andere Art abgelichtet worden sein, daher das "cf." zwischen Gattungs- und Artnamen.
Familie Schlupfwespen (Ichneumonidae)
In Mitteleuropa gibt es etwa 3000 Arten von Schlupfwespen (Ichneumonidae), die eine Länge von unter einem Millimeter bis zu – Gesamtlänge einschließlich Legeröhre – 10 cm (Holzwespen-Schlupfwespe, Rhyssa persuasoria) erreichen können. Viele Arten sind nur schwer zu bestimmen; oft ist selbst die Gattung nur an Hand eines Fotos nicht eindeutig zu erkennen.
Neben z. B. Raupenfliegen und Erzwespen sind Schlupfwespen Insekten mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung, denn sie sind die natürlichen Feinde anderer – oft schädlicher – Insekten „mit vollständiger Verwandlung“, also Insekten, die ein Puppenstadium durchlaufen wie etwa Schmetterlinge. Andere Insekten, bei denen es kein Puppenstadium gibt („Insekten mit unvollständiger Verwandlung“ wie Heuschrecken oder Libellen) werden nicht von ihnen parasitiert; eine Ausnahme bilden hochspezialisierte Arten, die sich in Spinneneiern entwickeln. Dabei sind die verschiedenen Schlupfwespenarten auf bestimmte Wirte angewiesen; die nachtaktiven Ophion-Arten z. B. legen ihre Eier ausschließlich in den Raupen von Eulenfaltern ab. Einige Schlupfwespen werden auch kommerziell gezüchtet, wie Arten der Gattung Trichogramma, die sich in den Eiern von Lebensmittelmotten entwickeln.
Zur Fortpflanzung legt das Weibchen ein oder mehrere Eier in die Insektenlarve, seltener in ein Ei. Die daraus entstehenden Larven fressen den Wirt von innen her auf, wobei lebenswichtige Organe bis zum Ende ausgespart werden. Anschließend verpuppen sie sich meist außerhalb ihres Wirtes.
Die Individuenzahl einer Schlupfwespenart ist stark von der Individuenzahl des Wirtes abhängig: vermehrt sich der Wirt stark, vermehrt sich auch die Schlupfwespe etwas zeitlich versetzt entsprechend. Dadurch brechen selbst große Populationen von Schadinsekten, etwa der Prozessionsspinner, auch ohne menschliches Zutun meist nach 2 – 3 Generationen in sich zusammen.
Ophion obscuratus
29. 09. 11 Ophion obscuratus (conf. Gergely Várkonyi)
29. 09. 11 Ophion obscuratus (conf. Gergely Várkonyi)
29. 09. 11 Ophion obscuratus (conf. Gergely Várkonyi)
Ophion obscuratus ist eine nachtaktive Schlupfwespenart von etwa 2 cm Länge, die hier regelmäßig am Licht zu finden ist. Sie gilt allgemein als häufig und ist auf – vermutlich ebenfalls nachtaktive – Raupen von Eulenfaltern (Noctuidae) spezialisiert, in denen sich ihre Larven entwickeln. Die fertigen Insekten fliegen von April – Oktober und sollen sich von Blütennektar ernähren.
23. 10. 04 Unbestimmte Art Gesamtlänge 7 cm
02. 07. 04 Unbestimmte Art Bei der Eiablage in ein Gelege von Solitärwespen
31. 08. 06 Wiese zwischen Weinbergen
31. 08. 06 Wiese zwischen Weinbergen
31. 08. 06 Wiese zwischen Weinbergen
Die obigen Schlupfwespen sind allesamt ca. 2 cm groß. Obwohl sie aussehen, als ließe ihre offensichtlich eindeutige Färbung eine einfache, sichere Artbestimmung zu, ist dem nicht so: allein nach einem Foto sind die einzelnen Arten selbst für Experten nicht zu unterscheiden. Eventuell gehören die obigen Arten zur Gattung Ichneumon, aber auch das läßt sich nicht eindeutig sagen. Die Larven parasitieren meist in Schmetterlingsraupen.
Familie Goldwespen (Chrysididae)
Die Goldwespen, Familie Chrysididae, gleichen durch ihren metallischen Glanz kleinen Edelsteinen. In Deutschland gibt es etwa 60 nur schwer zu unterscheidende Arten. Ihre Larven leben parasitisch, meist in den Brutkammern von Solitärbienen.
14. 04. 09 Goldwespe (Chrysis sp.)
14. 04. 09 Goldwespe (Chrysis sp.)
14. 04. 09 Goldwespe (Chrysis sp.)
14. 04. 09 Goldwespe (Chrysis sp.)
14. 04. 09 Goldwespe (Chrysis sp.)
14. 04. 09 Goldwespe (Chrysis sp.)
Trichrysis cyanea
29. 05. 09 Trichrysis cyanea (det. Christian Schmid-Egger)
29. 05. 09 Trichrysis cyanea (det. Christian Schmid-Egger)
Die Goldwespe Trichrysis cyanea bleibt mit gut 0,5 mm etwas kleiner als die Chrysis-Arten. Sie ist auch seltener als diese und parasitiert hauptsächlich in den Nestern diverser Grabwespen.
Familie Pillenwespen (Eumenidae)
Lehmwespe (Ancistrocerus nigricornis)
07. 06. 04 Lehmwespe (Ancistrocerus nigricornis) Beim Verschließen einer Brutröhre
25. 06. 04 Lehmwespe (Ancistrocerus nigricornis)
Die Lehmwespe Ancistrocerus nigricornis kommt hier am Stux häufig vor; gerne werden unsere Nisthilfen ("Insektenhotels", "Bienenhotels") als Brutröhren angenommen. Als Nahrung für die Brut dienen Schmetterlingsraupen. Die Brutkammern werden mit Lehm verschlossen.
Pillenwespe (Eumenes sp.)
10. 08. 06 Pillenwespe (Eumenes sp.) (det. Christian Schmid-Egger)
10. 08. 06 Pillenwespe (Eumenes sp.) (det. Christian Schmid-Egger)
10. 08. 06 Pillenwespe (Eumenes sp.) (det. Jürgen Peters)
In Deutschland gibt es 9 Pillenwespenarten der Gattung Eumenes, die sich von Foto her nicht unterscheiden lassen. Ihnen allen gemeinsam ist aber die Art der Brutpflege: aus Lehm und Sand bauen sie kleine "Brutgefäße". Diese haben in etwa dir Form einer Amphore und sind etwas über ein Zentimeter im Durchmesser. Diese Gefäße, die an Bäumen, Felsen, Häuserwänden, ästen o.ä. angeklebt sind, werden mit betäubten Spannerraupen gefüllt. Anschließend legt die Wespe ein Ei in den Futtervorrat und verschließt das Gefäß. Die ausschlüpfende Made ernährt sich von den Raupen und verpuppt sich in dem Gefäß. Die ausschlüpfende Wespe sprengt schließlich den Deckel des Gefäßes auf.
Gymnomerus laevipes
20. 06. 07 Gymnomerus laevipes (det. Christian Schmid-Egger)
Gymnomerus laevipes ist eine allgemein recht häufige Art in Deutschland. Die Weibchen legen ihre Brutröhren in hohlen Zweigen oder ähnlichem an; als Nahrung für die Larven dienen in erster Linie Larven von Rüsselkäfern.