Nähere Angaben, die den Ort der Aufnahme bzw. eventuelle Begleitumstände beschreiben, entnehmen Sie bitte der Seite "Lebensraum Stux".
Auf Grund ihrer Lebensweise - meist auf Wiesen unterschiedlichster Art - sind alle Heuschreckenarten heute potenziell gefährdet. Intensivierung der Landwirtschaft, Trockenlegung von Wiesen, Verbuschung brachliegenden Landes, Hangbebauung in Trockenlagen oder das heute häufigere Mähen von Wildwiesen - gerade auch am Stux - schaden ihnen auf vielfältige Weise. Andererseits scheinen einige wenige Arten vom Klimawandel zu profitieren. So breiten sich die Gemeine Sichelschrecke oder die südliche Eichenschrecke seit einigen Jahren in Deutschland nordwärts, meist entlang des Rheines, aus.
Die Heuschreckenerfassung ist eine wichtige zoologische Untersuchung vor Eingriffen in die Natur.
Anmerkung: Laut einer Analyse des Bundesamtes für Naturschutz vom 09. 08. 2002 sind von den 84 in Deutschland lebenden Heuschreckenarten 4 ausgestorben bzw. verschollen, 12 vom Aussterben bedroht und weitere 29 Arten gefährdet. Siehe auch Unkel: die in meiner Jugend noch vorkommende Rotflügelige Schnarrschrecke, Psophus stridulus, ist hier offenbar ausgestorben. Bisher konnte ich am Stux 18 Heuschreckenarten nachweisen.
Ordnung Langfühlerschrecken (Ensifera)
Waldgrille (Nemobius sylvestris)
15. 04. 06 Waldgrille, Larve (Nemobius sylvestris) ca. 5 mm (det. Klaas Reißmann)
27. 09. 06 Waldgrille (Nemobius sylvestris)
17. 11. 06 Waldgrille (Nemobius sylvestris)
Die etwa 1 cm groß werdende Waldgrille Nemobius sylvestris kommt hier nur vereinzelt vor. Sie meidet zu große Kälte und Hitze. Ihr Hauptlebensraum ist der mit trockenem Laub bedeckte Waldboden.
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland und RPf 2 (stark gefährdet) Das etwa 1,5 cm große Weinhähnchen Oecanthus pellucens ist wärmeliebend, es lebt auf Kräutern und in niederem Gebüsch. Es ist nachtaktiv und ein Pflanzenfresser. Am Stux kommt es nur vereinzelt vor.
Rote Liste Einordnung: RPf V (Vorwarnstufe), Deutschland 2 (stark gefährdet) Die Sichelschrecke Phaneroptera falcata kommt vorwiegend an warmen Gebieten, wie Weinbergslagen etc., in der Südhälfte Deutschlands vor. Sie ist ein Pflanzenfresser und ein ausgezeichneter Flieger. Sie bewohnt die dem Stux vorgelagerten Wiesen und ist dort regelmäßig zu finden.
Wie man schon an den Bildern erkennen kann, krabbelt die etwa 1,5 cm große Punktierte Zartschrecke Leptophyes punctatissima langsam und bedächtig auf Büschen, seltener höheren Kräutern, umher; Hektik scheint dieser Art fremd zu sein. Die Art kommt hier am Stux nur vereinzelt vor und ist auch sonst in Deutschland nicht häufig.
Die etwa 2 cm groß werdende Eichenschrecke Meconema thalassinum lebt tagsüber in Laubbäumen, vorwiegend Eichen, bei uns auch gerne in den Pflaumenbäumen. Erst in der Dämmerung kommen sie in Bodennähe. Bisher konnte ich sie nur vereinzelt in unserem Garten beobachten.
Rote-Liste-Einordnung in NRW 2 (stark gefährdet), in RPf V (Art der Vorwarnstufe) Die Langflügelige Schwertschrecke, Conocephalus fuscus, ein Bewohner von eher feuchten Gebieten, kommt bei uns ausschließlich in der nahen Umgebung eines künstlichen, mit Rohrkolben und Binsen bestandenen Sumpfes vor. Sie wird max. knapp 2 cm lang.
Mit etwa 4 cm Körperlänge ist das Große Heupferd Tettigonia viridissima die größte einheimische Heuschrecke. Sie lebt überwiegend in trockenen Biotopen, die Larven auf Wiesen, erwachsene Tiere in Büschen und Bäumen. Das Große Heupferd ist ein guter Flieger und auf den Wiesen vor dem Stux nicht selten.
Die 2 cm große Gewöhnliche (oder Gemeine) Strauchschrecke Pholidoptera griseoaptera bewohnt die vorgelagerten Wiesen am Stux. Sie ist in Deutschland nur lokal verbreitet, in geeigneten Biotopen wie hier aber nicht selten.
Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata)
13. 07. 04 Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata) (det. Markus Schwibinger) Larve, ca. 1,5 cm
14. 06. 07 Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata) (conf. Martin Miethke) Aufnahme: Wiese zwischen Weinbergen
Die Westliche Beissschrecke Platycleis albopunctata ist sehr wärmeliebend; sie bewohnt trockene Areale mit lückiger Vegetation und ist hier direkt am Felsen noch relativ häufig zu finden.Sie ernährt sich sowohl von Pflanzen als auch von kleinen Insekten.
Ordnung Langfühlerschrecken (Ensifera)
Tetrix sp, bipunctata oder tenuicornis
16. 09. 07 Tetrix sp, bipunctata oder tenuicornis (det. Martin Miethke, Axel Hochkirch) Larve, ca. 5 mm
Die Dornschrecken, Tetrix sp., sind eine Gruppe kleiner Heuschrecken, die schwierig zu unterscheiden sind, besonders als Larven. Ich habe sie bislang ausschließlich direkt am Stux gefunden, stets an Stellen mit wenig Pflanzenbewuchs.
Säbeldornschrecke (Tetrix subulata)
07. 04. 09 Säbeldornschrecke (Tetrix subulata) (det. Axel Hochkirch)
07. 04. 09 Säbeldornschrecke (Tetrix subulata) (det. Axel Hochkirch)
Rote-Liste-Einordnung in NRW und RPf 3 (gefährdet) Die Säbeldornschrecke Tetrix subulata ist ein Bewohner eher feuchterer Stellen und wird - ohne "Dorn" - etwa 1 cm lang. Man findet die Art hier nur selten.
Langfühler-Dornschrecke (Tetrix tenuicornis)
05. 05. 08 Langfühler-Dornschrecke (Tetrix tenuicornis) (conf. Axel Hochkirch)
15. 05. 08 Langfühler-Dornschrecke (Tetrix tenuicornis) (det. Axel Hochkirch)
Rote-Liste-Einordnung in NRW 3 (gefährdet) Die Langfühler-Dornschrecke Tetrix tenuicornis wird nur knapp 1 cm lang. Sie ist eine Art trockener, nur leicht bewachsener steiniger Habitate; entsprechend findet man diese Art hier auch nur direkt am Stux, an den Rändern der Weinberge oder in den felsigen Bereichen. Die Art soll als ausgewachsenes Exemplar überwintern.
Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar)
25. 08. 07 Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar) (det. Martin Miethke)
01. 07. 08 Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar)
Rote-Liste-Einordnung in RPf.: V (Art der Vorwarnstufe) Die Große Goldschrecke Chrysochraon dispar ist eine häufige Art auf den dem Stux vorgelagerten Wiesen sowie den Wiesen zwischen den Weinbergen. Die Weibchen werden bis zu 2 cm groß, die Männchen bleiben deutlich kleiner.
Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus)
08. 08. 05 Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus) Männchen (det. Dr. Arne Lehmann)
Der Nachtigall-Grashüpfer Chorthippus biguttulus ist auf den nur spärlich bewachsenen Stellen des Stuxes recht häufig anzutreffen, auf den Wiesen davor ist er eher selten.
Brauner Grashüpfer (Chorthippus brunneus)
20. 07. 04 Brauner Grashüpfer (Chorthippus brunneus) ca. 2 cm
Der Braune Grashüpfer Chorthippus brunneus ist auf den dem Stux vorgelagerten Wiesen eher selten zu finden.
Der Wiesegrashüpfer Chorthippus dorsatus bewohnt die trockenen Wiesen vor dem Stux.
Steppen-Grashüpfer (Chorthippus vagans)
08. 08. 05 Steppen-Grashüpfer (Chorthippus vagans) (det. Markus Schwibinger)
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland 3 (gefährdet), in NRW 2 (stark gefährdet), in RPf V (Art der Vorwarnstufe). Wie der Name schon sagt ist der Steppen-Grashüpfer Chorthippus vagans ein Bewohner trockener Biotope. Bei uns ist er hauptsächlich direkt auf den Felsen zu finden sowie auf dem unmittelbar vorgelagerten Teil der Wiese.
Rote Keulenschrecke (Gomphocerippus rufus)
20. 07. 06 Rote Keulenschrecke (Gomphocerippus rufus) (conf. Wolfgang Fluck)
Die Rote Keulenschrecke Gomphocerippus rufus ist hier eine der häufigsten Arten, sowohl in der kargen Vegetation des Stuxes, als auch in den angrenzenden Wiesen.