Nähere Angaben, die den Ort der Aufnahme bzw. eventuelle Begleitumstände beschreiben, entnehmen Sie bitte der Seite "Lebensraum Stux".
Familie Dickkopffliegen (Conopidae)
In Deutschland gibt es knapp 50 Arten Dickkopf- oder Blasenkopffliegen. Am größten ist die Artenzahl in trocken-warmen Biotopen. Während die erwachsenen Fliegen sich als eifrige Blütenbesucher von Pollen und Nektar ernähren, leben die Larven parasitär in Hummeln, Bienen oder Wespen, selten auch in Heuschrecken. Die Fliegen heften die Eier im Flug an Insekten, die Larven entwickeln sich in dem Wirtstier, in dessen abgestorbenen Körper anschleißend die Puppe überwintert. Die Puppenhülle wird im Frühjahr mit Hilfe einer aufblasbaren Stirnblase gesprengt (daher der Name).
Conops flavipes
07. 08. 06 Conops flavipes (det. Jürgen Peters)
07. 08. 06 Conops flavipes
Conops flavipes ist eine unserer häufigsten Blasenkopffliegen. Von der ähnlichen Conops quadrifasciatus unterscheidet sie sich u. a. durch die nur schmalen gelben Streifen, die bei quadrifasciatus wesentlich breiter sind. Die Larven parasitieren in Erdhummeln.
Conops quadrifasciatus
04. 09. 04 Conops quadrifasciatus (det. Wolfgang Rutkies) 12 mm
Auch Conops quadrifasciatus ist auf den Wiesen am Stux regelmäßig zu finden. Die reifen Exemplare fliegen von Juni - September, die Larven schmarotzen in Hummeln.
Sicus ferrugineus
01. 07. 07 Sicus ferrugineus
07. 06. 05 Sicus ferrugineus
19. 06. 10 Sicus ferrugineus
Hier kommt der Text
Familie Bohrfliegen (Tephritidae))
Bei den Bohrfliegen, auch Fruchtfliegen genannt, handelt es sich um eine Gruppe kleiner, maximal wenige Millimeter großer Fliegen. Ihren Namen haben sie von der Art ihrer Vermehrung: die Weibchen bohren Obst oder andere Pflanzenteile an und legen dort ihre Eier ab. Die ausschlüpfenden Larven ernähren sich dann von der Pflanze. Manche Arten können so schädlich werden.
Goniglossum wiedemanni
15. 05. 07 Goniglossum wiedemanni (det. Jürgen Peters, John Smit)
Goniglossum wiedemanni ist eine kleine Gallfliege von knapp 3 mm Länge. Die Wirtspflanze ist die Zaunrübe Bryonia dioica, auf der das Bild vom 15. 05. entstanden ist.
Icterica westermanni
04. 08. 06 Icterica westermanni (det. Martin Adler)
21. 08. 06 Icterica westermanni (conf. John Smit, Utrecht)
21. 08. 06 Icterica westermanni (conf. John Smit, Utrecht)
Icterica westermanni ist eine recht seltene Bohrfliegenart. Die Larven leben in den Blütenböden von Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea) bzw. Rauken-Greiskraut (Senecio errucifolis).
Urophora stylata
10. 06. 09 Urophora stylata (conf. Michael Becker)
10. 06. 09 Urophora stylata (conf. Michael Becker)
10. 06. 09 Urophora stylata (conf. Michael Becker)
Urophora stylata wird etwa 4 mm lang. Die meist häufigen Tiere fliegen von Juni - August, die Larven entwickeln sich in den Knospen von Disteln.
03. 07. 04 Bohrfliege Noch unbestimmt ca. 4 mm
Familie Schmuckfliegen (Ulidiidae)
Otites formosa
03. 05. 11 Otites formosa (conf. Jürgen Peters Aufnahmeort: Auf dem Stux
03. 05. 11 Otites formosa (conf. Jürgen Peters Aufnahmeort: Auf dem Stux
03. 05. 11 Otites formosa Aufnahmeort: Auf dem Stux
Otites formosa wird max. 1 cm lang. Sie ist meist auf Wiesen beim Blütenbesuch, besonders auf Doldenblütern, zu finden.
Familie Halmfliegen (Chloropidae)
Camarota curvipennis
05. 04. 12 (verm.) Camarota curvipennis
05. 04. 12 (verm.) Camarota curvipennis (det. Sara21392 auf diptera.info)
Camarota curvipennis wird etwa 2 mm groß. Das obige Tier habe ich auf der Suche nach Wanzen aus Sedum album geklopft; es ist wohl eine nicht flugfähige Art. Mehr konnte ich über das Tier bislang nicht herausfinden.
Familie Raupenfliegen (Tachinidae)
Die Larven von Raupenfliegen ernähren sich parasitär, sie leben in erster Linie - wie der Name schon sagt - in Schmetterlingsraupen, daneben gibt es aber auch Arten, die in Wanzen oder Heuschrecken parasitieren. Da es sich bei diesen Raupen meist um Schädlinge handelt, gelten Raupenfliegen als ausgesprochen nützlich; ihre Bedeutung für die Land- und Forstwirtschaft sollte nicht unterschätzt werden. So wurden bestimmte Arten als biologische Schädlingsbekämpfung verschleppten Schädlingen nachgeführt, wie Anfang des 20. Jh. nach Nordamerika zur Bekämpfung des Schwammspinners. Die fertigen Raupenfliegen sind oft auf Blüten zu finden, wo sie sich von Pollen ernähren.
25. 03. 06 Die leere Raupenhülle eines Zimtbären, daneben die tönnchenförmigen Puppen von Raupenfliegen.
Cylindromyia sp.
18. 08. 06 Cylindromyia sp. (det. Jürgen Peters)
Die Arten der Gattung Cylindromyia, die etwa 1 cm lang werden, sind allein nach Bildern kaum zu unterscheiden. Bei uns sind sie regelmäßig zu finden. Die Larven sollen in Wanzen parasitieren.
14. 08. 06 Breitflügelige Raupenfliege (Ectophasia crassipennis) (det. Jürgen Peters)
Die Breitflügelige Raupenfliege Ectophasia crassipennis wird zwischen 0,5 und knapp 1 cm groß und ist ein Bewohner warmer Habitate und eher in Südeuropa verbreitet. Hier bei uns ist sie regelmäßig zu finden. Der Name "Raupenfliege" täuscht ein wenig, denn die Larven dieser Fliegenart parasitieren in Wanzen.
04. 10. 10 Ectophasia sp. (det. Jürgen K., Frank Marquard)
04. 10. 10 Ectophasia sp. (det. Jürgen K., Frank Marquard)
Die obigen beiden, bisher nicht näher bestimmten Ectophasia-Arten waren etwa 1 cm lang. Wie bei den anderen Ectophasia-Arten dürften auch hier die Larven in Schmetterlingsraupen parasitieren.
Eriothrix rufomaculatus
18. 08. 06 Eriothrix rufomaculatus (conf. Jürgen Peters)
Eriothrix rufomaculatus ist eine der häufigsten Raupenfliegen hier am Stux. Sie wird einen knappen Zentimeter groß. Die Larven parasitieren in den Raupen von Nachtfaltern, besonders in Eulenraupen.
Gymnosoma sp., nudifrons oder rotundatum
24. 07. 06 Gymnosoma sp., nudifrons oder rotundatum Weibchen (det. Jürgen Peters)
Die beiden Raupenfliegen der Gattung Gymnosoma, die man anhand von Bildern kaum auseinanderhalten kann, werden 6 - 8 mm groß. Die Larven parasitieren in Wanzen.
Kirbya moerens
09. 04. 08 Kirbya moerens
09. 04. 08 Kirbya moerens (det. Jürgen Peters)
Kirbya moerens ist eine der frühesten Raupenfliegen im Jahr, die manchmal schon ab März fliegt; sie wird knapp 1 cm lang. Früher eine südländische Art, breitet sie sich seit einigen Jahren nordwärts aus. Leider habe ich bislang noch nichts über die Wirte der Larven herausfinden können.
Erdwanzenfliege (Phania funesta)
24. 05. 08 Erdwanzenfliege (Phania funesta) (det. Jürgen Peters, Michael Becker)
Die Erdwanzenfliege Phania funesta wird etwa 5 mm lang. Wie der deutsche Name sagt, leben die Larven parasitisch in Erdwanzen und deren Larven.
Igelfliege (Tachina fera)
08. 08. 06 Igelfliege (Tachina fera) (det. Jürgen Peters)
Die Igelfliege Tachina fera ist bei uns am Stux nicht selten. Sie ist einen knappen Zentimeter groß. Die Larven parasitieren in den Raupen verschiedener Schmetterlingsarten.
Thelaira solivaga
07. 05. 09 Thelaira solivaga (conf. Michael Becker)
Thelaira solivaga wird etwa 1 cm lang und fliegt in verm. 2 Generationen von Mai - September. Die Art ist recht selten, wärmeliebend und für hier bislang ein Einzelfund. Die Larven sollen in den Raupen von Bärenspinnern parasitieren, hier vor allem in Phragmatobia fuliginosa und Arctia caja.
Familie Minierfliegen (Agromyzidae)
Die Minierfliegen oder Agromyzidae sind sehr klein, maximal erreichen sie eine Länge von 3 mm. Während die erwachsenen Tiere von Pflanzensäften leben, entwickeln sich die Larven im Inneren von Pflanzenteilen, meist Blättern, ähnlich den zu den Kleinschmetterlingen gehörenden Miniermotten. Bei Massenauftreten können einige Arten schädlich werden. Feinde von Minierfliegen sind u. a. verschiedene Arten von Schlupfwespen.
Ilex-Minierfliege (Phytomyza ilicis)
08. 04. 10 Ilex-Minierfliege (Phytomyza ilicis) Fundort: Auf dem Stux
08. 04. 10 Ilex-Minierfliege (Phytomyza ilicis) Fundort: Auf dem Stux
08. 04. 10 Ilex-Minierfliege (Phytomyza ilicis) Fundort: Auf dem Stux
Die Ilex-Minierfliege Phytomyza ilicis ist meines Wissens das einzige Insekt, das sich an Ilex, den Stechpalmen, vergreift.Die erwachsenen Tiere werden etwa 3 mm lang und fliegen im Mai und Juni, die Larven leben vom Herbst bis in das Frühjahr in den Blättern diverser Ilex-Arten.
Ordnung Mecoptera (Skorpionsfliegen)
Die Skorpionsfliegen (Mecoptera) haben ihren Namen von der Hinterleibsform der männlichen Tiere: dieser ist wie bei der Schwanz eines Skorpions geformt und normalerweise nach oben gebogen. In Deutschland gibt es nur die Gattung Panorpa mit 5 Arten. Sie ernähren sich sowohl räuberisch von Insekten als auch von toten Tieren. Ebenso ernähren sich die Larven, die einer Raupe ähneln und in Gängen im Boden leben.
Skorpionsfliege (Panorpa communis)
22. 05. 08 Skorpionsfliege (Panorpa communis)
22. 05. 08 Skorpionsfliege (Panorpa communis)
22. 05. 08 Skorpionsfliege (Panorpa communis)
07. 05. 09 Skorpionsfliege (Panorpa communis)
12. 05. 10 Skorpionsfliege (Panorpa communis)
Die Gemeine Skorpionsfliege Panorpa communis ist ein Bewohner eher feuchter Lebensräume. Sie wird bis zu 3 cm lang und ernährt sich von toten oder geschwächten Insekten, ebenso wie die am Boden lebenden Larven, die an Schmetterlingsraupen erinnern.
Panorpa germanica
12. 05. 10 Panorpa germanica Fundort_ Auf dem Stux
12. 05. 10 Panorpa germanica Fundort_ Auf dem Stux
Die Skorpionsfliege Panorpa germanica ist hier deutlich seltener als Panorpa communis. Die Männchen sind leicht an einem Höcker auf dem 3. Hinterleibssegment zu erkennen. Die Lebensweise gleicht der von Panorpa communis.
Netzflüglerartigen (Neuropterida)
Kamelhalsfliegen (Raphidioptera)
02. 06. 10 Kamelhalsfliege
Kamelhalsfliegen oder Raphidioptera gehören nicht zu den Fliegen, sondern zu den Netzflüglerartigen (Neuropterida); da ich aber wegen der beiden Netzflügler (+ Ameisenjungfer, s. u.) keine neue Seite aufmachen möchte, lege ich das Tier hier vorerst unter den Fliegen ab; der geneigte Fachmann mag mir dies verzeihen. Kamelhalsfliegen werden zwischen 1 und 2 cm lang und sind hauptsächlich im Frühling zu finden; da die Tiere zur Entwicklung kalte Temperaturen benötigen, findet man sie ausschließlich auf der Nortdhalbkugel in Gebieten, in denen im Winter Minustemperaturen herrschen. Namensgebend für die Fliegen ist der lange, bewegliche Hals. Sowohl die Fliegen als auch die Larven, die eine z. T. mehrjährige Entwicklung durchmachen, leben räuberisch; die Larven meist unter Rinde, wo sie sich einen Namen als Vertilger von Borkenkäfern gemacht haben. Die Kamelhalsfliegen rechnet man daher zu den Nützlingen. Von den 200 bekannten Arten leben 16 in Mitteleuropa. Klingt übersichtlich, aber dennoch ist die Bestimmung der einzelnen Arten ein Problem.
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland V (Art der Vorwarnstufe) Die Gefleckte Ameisenjungfer, Euroleon nostras, ähnelt einer Libelle; sie ist aber nachtaktiv und trägt daher auch den passenden Namen "Nachtlibelle". Die Tiere erreichen eine Länge von etwa 4 cm und sind hier vereinzelt zu finden, meist nachts am Licht. Besser als das erwachsene Tier sind die Larven bekannt, die sog. "Ameisenlöwen". Ihre trichterförmigen Fallen, in denen die Larve im Boden eingegraben lebt, sind am Stux an feinsandigen, regensicheren Stellen zu finden. Sie leben von Kleininsekten und besonders Ameisen, die in den Fangtrichter fallen. Diese werden gepackt und ausgesaugt. Versucht die Beute zu fliehen, wird sie mit Sand beworfen, so daß sie wieder in die Grube fällt.
Nineta pallida
12. 09. 09 Nineta pallida (det. Arp)
Nineta pallida wird mit ca. 3 cm etwa doppelt so groß wie die "normale" Florfliege Chrysoperla carnea. Die Art ist nicht häufig und kommt meist in der Umgebung von Nadelholz, besonders Fichten, vor.